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Flächennutzungsplan für den Teilbereich „Technologie- und Innovationspark Cottbus/Chóśebuz“

1.    Zum Verfahren  

Im Jahr 2007 beschloss die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Cottbus die Aufstellung des Bebauungsplans „Technologie- und Industriepark (TIP) Cottbus“ sowie die parallele Änderung des Flächennutzungsplans (FNP). Das Planungsgebiet wies zu Beginn des Planverfahrens eine Größe von ca. 323 Hektar auf. Das Verfahren umfasst seit der ersten frühzeitigen Beteiligung im Jahr 2008 noch vier weitere öffentliche Auslegungen. Nach 17 Jahren umfangreicher Planungs- und Beteiligungsverfahren wurde im März 2025 der nunmehr „nur“ noch ca. 240 ha große B-Plan „Technologie- und Innovationspark Cottbus/Chósébuz“ beschlossen und die 3. Änderung des FNP für diesen Teilbereich nach Genehmigung durch die höhere Verwaltungsbehörde und Bekanntmachung rechtskräftig.

 2.    Beispielhafte Beteiligungsaspekte

Ein zentraler Bestandteil des Planverfahrens war die frühzeitige und umfassende Information der Öffentlichkeit. Hierzu erfolgten amtliche Bekanntmachungen im Amtsblatt der Stadt sowie öffentliche Veranstaltungen, in denen die Neuplanung und die folgenden Umplanungen vorgestellt wurden. Diese Planungsunterlagen wurden sowohl im Internet als auch im Technischen Rathaus der Stadt Cottbus öffentlich ausgelegt und standen somit innerhalb der gemäß Baugesetzbuch vorgeschriebenen Frist jederzeit zur Einsichtnahme bereit. 

 3.    Anwendung / Mitwirkende / Ressourcenaufwand / Finanzierung

 Die Stadt Cottbus übernahm die federführende Koordination des Planverfahrens. Unterstützt wurde sie u.a. durch folgende Partner:

  •  ARCUS Planung + Beratung
  •  WOLFF architektur, stadt- und dorfplanung (grafische Ausarbeitung)
  • IPP HYDRO CONSULT GmbH (Erstellung des Umweltberichts)

4.    Erfolgsfaktoren und Herausforderungen 

Durch die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit sind zahlreiche Anregungen, Hinweise etc. in die Planung eingeflossen. Es wurden Einsprüche, insbesondere zu Themen wie Waldrodung, Flächenversiegelung oder die mögliche Wiederaufnahme des Flugverkehrs erhoben, die zu intensiven Diskussionen, Planänderungen und demzufolge zu Verzögerungen im Planverfahren selbst führten. Bürgerproteste, Unterschriftenaktionen von den Bürger:innen zeigten das starke Engagement und Interesse der Bevölkerung an Ihrer Stadt und deren Entwicklung.

Obwohl der gesamte Planungsprozess 17 Jahre dauerte, ist festzustellen, dass die Akzeptanz zum Planvorhaben in der Bevölkerung erheblich gestiegen ist. Während der ersten Offenlage wurden fast 500 ablehnende Stellungnahmen in Form von Unterschriftenlisten abgegeben, in der letzten Offenlage mit dem 4. Planentwurf keine einzige mehr. 

Durch intensive Diskussionen, Abwägungen und Kompromissfindungen aber auch durch den wirtschaftlichen Wandel in der Region wurde einerseits das Plangebiet um fast 100 ha reduziert. Andererseits haben sich die Grundzüge der Planung von einem ursprünglich industriellen Standort zu einem Innovationsgebiet gewandelt.

 5.    Fazit / Ausblick

 Mit dem beschlossenen Bebauungsplan für den Teilbereich „Lausitz Science Park“ wurde ein wichtiger Grundstein für die zukünftige Entwicklung des Standorts gelegt. Das Areal soll sich zu einem bedeutenden Wissenschafts- und Innovationsstandort entwickeln, auf dem Unternehmen und Forschungseinrichtungen eng zusammenarbeiten. Geplant ist die Schaffung von bis zu 10.000 neuen Arbeitsplätzen. An der Entwicklung beteiligt sind neben der Stadt Cottbus unter anderem die Entwicklungsgesellschaft Cottbus (EGC), die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), CHESCO, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie weitere regionale und überregionale Partner.