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Kommunaler Entwicklungsbeirat Cottbus/Chóśebuz

© Marco Laske (Stadt Cottbus)
© Marco Laske (Stadt Cottbus)

Zum Verfahren

Der Kommunale Entwicklungsbeirat (KEB) erarbeitete von Juni 2023 bis Juni 2025 eine Vision zur Entwicklung des Zukunftsorts Stadtpromenade. Zwei Jahre lang berieten sich 40 Cottbuser*innen aus vielfältigen Gruppen, die verschiedene Interessen innerhalb der Stadtgesellschaft vertraten, mit dem Ziel, gemeinsam Kriterien und Maßnahmen für die zukünftige Gestaltung der Fläche zu entwickeln. Über die Sommermonate suchte der Beirat den Dialog mit der Stadtöffentlichkeit. Diese hatte die Möglichkeit, Einblicke in den Entwicklungsprozess zu erhalten und Rückmeldung zu den bisherigen Ergebnissen der Zusammenarbeit im Beirat zu geben.

Beispielhafte Beteiligungsaspekte

Ein KEB ist ein Beteiligungsgremium. Es wird von der lokalen Politik beauftragt, eine spezifische, die Kommune bewegende Fragestellung zu bearbeiten. KEB basieren auf der Erfahrung, dass sich Antworten auf komplexe Zukunftsfragen am besten finden lassen, wenn alle wichtigen Interessensgruppen der Stadtgesellschaft zusammen Strategien entwickeln. Eine professionelle Prozessbegleitung und Moderation schaffen dabei den Rahmen für einen moderierten Dialog, der es allen ermöglicht, sich konsensorientiert und auf Augenhöhe zu begegnen.

In gemeinsamer Arbeit entstand schließlich ein Empfehlungspapier für die Stadtverordnetenversammlung, dass Visionen, Leitlinien und Maßnahmen umfasst. Die Entscheidung über die Umsetzung der Empfehlungen bleibt den demokratisch gewählten Vertreter und Vertreterinnen überlassen; der KEB eröffnet Raum zur Vorbereitung einer Entscheidung, die von der Stadtgesellschaft mitgetragen wird.

Anwendung / Mitwirkende / Ressourcenaufwand / Finanzierung

Der KEB in Cottbus/Chóśebuz bestand aus ca. 40 Personen aus Kommunalpolitik, Verwaltung, lokaler Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Dieser wurde durch die Stadtverordnetenversammlung beauftragt, die vielfältigen Interessen der Stadtgesellschaft in Bezug auf das Herzstück der Innenstadt zusammenzubringen und eine Vision für dessen zukünftige Nutzung und Gestaltung zu entwickeln. Dazu gehören Personen, die die Perspektive von Kindern und Jugendlichen, Senioren, Menschen mit Behinderungen und Anwohnenden repräsentieren. Ebenfalls vertreten waren die Mitglieder der sorbischen und wendischen Gemeinschaft, Vertreter und Vertreterinnen der lokalen Wirtschaft und Kulturinstitutionen, der BTU, des Naturschutzes sowie verschiedener Vereine und Bürgerinitiativen. Darüber hinaus gehörten zu den Mitgliedern auch alle Fraktionen, die in der Stadtverordnetenversammlung vertreten sind, sowie Mitarbeitende der Stadtverwaltung und acht Cottbuser und Cottbuserinnen, die sich um die Plätze im Beirat beworben hatten.

Im Verlauf eines Jahres kam der Beirat in fünf ganztägigen Sitzungen zusammen, um gemeinsam konkrete Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Zusätzlich wurden zwei öffentliche Dialogveranstaltungen zu den Zwischenergebnissen abgehalten. Darüber hinaus gab es eine Steuerungsgruppe, die die Aufgabe und Zusammensetzung des KEB im Vorfeld definierte. Der Prozess des KEB wurde durch die Berlin Governance Platform gGmbH und den Fachbereich Stadtentwicklung strukturiert. Das Planungsbüro AG.Urban übernahm die fachliche Expertise und überführte die Ergebnisse in die begleitende Entwicklungsstudie.


© Marco Laske (Stadt Cottbus)

Finanziert wurde die Beteiligung durch zwei Fördertöpfe sowie Eigenmittel der Stadt Cottbus/Chóśebuz. Die Prozessgestaltung und Sitzungen, inklusive Moderation, wurden zu 100% durch die E.ON Stiftung, die fachliche Begleitung über das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (BMWSB) mit einer Förderquote von 90% finanziert. Hinzu kamen noch Kosten für Koordination und fachliche Begleitung durch die Verwaltung sowie das Catering, die durch die Stadt getragen wurden.

Erfolgsfaktoren und Herausforderungen

Die gewählte Aufgabe war gesamtgesellschaftlich von enormer Bedeutung, da das Thema alle in der Stadt bewegt. Daher war es gut, dass sich der KEB mit seiner breiten Besetzung im Diskurs dieser Frage stellen konnte. Das ermöglicht eine hohe Akzeptanz und führt zu Mitnahmeeffekten, die demokratiefördernd wirken.

Gleichzeitig war die Aufgabe fachlich so komplex, dass der große Querschnitt der Zusammensetzung hier nur mühsam ein komplettes Verständnis entwickeln konnte. Das führte im Ergebnis dazu, dass vor allem zu Beginn eher ein zaghaftes aktives Agieren wahrnehmbar war. Die andere Herausforderung war, dass die Empfehlungen des KEB aufgrund seiner gesamtgesellschaftlichen Ausrichtung nicht der fachlichen Tiefe der Aufgabe entsprechen können und so im Nachgang eine Übersetzung und Interpretation durch eine fachliche Einordnung erfolgen musste.

Fazit / Ausblick

Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses wurden der Stadtpolitik im Juni 2025 zur weiteren Beratung übergeben und im Verlauf der Legislatur im Stadtentwicklungsausschuss diskutiert. Die Empfehlungen des KEB zeigen keinen fertigen Entwicklungsplan, sondern sollen als Leitbild in die parallel erarbeitete Entwicklungsstudie zur Stadtpromenade einfließen. Darin werden planerische Voraussetzungen und bauliche Gegebenheiten untersucht und Perspektiven aufgezeigt, wie eine gemeinwohlorientierte Entwicklung der Stadtpromenade Cottbus/Chóśebuz  als dem Zukunftsort realisiert werden kann.

© Marco Laske (Stadt Cottbus)

Finanziert wurde die Beteiligung durch zwei Fördertöpfe sowie Eigenmittel der Stadt Cottbus/Chóśebuz. Die Prozessgestaltung und Sitzungen, inklusive Moderation, wurden zu 100% durch die E.ON Stiftung, die fachliche Begleitung über das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (BMWSB) mit einer Förderquote von 90% finanziert. Hinzu kamen noch Kosten für Koordination und fachliche Begleitung durch die Verwaltung sowie das Catering, die durch die Stadt getragen wurden.

Erfolgsfaktoren und Herausforderungen

Die gewählte Aufgabe war gesamtgesellschaftlich von enormer Bedeutung, da das Thema alle in der Stadt bewegt. Daher war es gut, dass sich der KEB mit seiner breiten Besetzung im Diskurs dieser Frage stellen konnte. Das ermöglicht eine hohe Akzeptanz und führt zu Mitnahmeeffekten, die demokratiefördernd wirken.

Gleichzeitig war die Aufgabe fachlich so komplex, dass der große Querschnitt der Zusammensetzung hier nur mühsam ein komplettes Verständnis entwickeln konnte. Das führte im Ergebnis dazu, dass vor allem zu Beginn eher ein zaghaftes aktives Agieren wahrnehmbar war. Die andere Herausforderung war, dass die Empfehlungen des KEB aufgrund seiner gesamtgesellschaftlichen Ausrichtung nicht der fachlichen Tiefe der Aufgabe entsprechen können und so im Nachgang eine Übersetzung und Interpretation durch eine fachliche Einordnung erfolgen musste.

Fazit / Ausblick

Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses wurden der Stadtpolitik im Juni 2025 zur weiteren Beratung übergeben und im Verlauf der Legislatur im Stadtentwicklungsausschuss diskutiert. Die Empfehlungen des KEB zeigen keinen fertigen Entwicklungsplan, sondern sollen als Leitbild in die parallel erarbeitete Entwicklungsstudie zur Stadtpromenade einfließen. Darin werden planerische Voraussetzungen und bauliche Gegebenheiten untersucht und Perspektiven aufgezeigt, wie eine gemeinwohlorientierte Entwicklung der Stadtpromenade Cottbus/Chóśebuz  als dem Zukunftsort realisiert werden kann.